Rennsport aus Leidenschaft: Interview mit einem Hobby-Racer

Motorrad-Rennsport ist anders als die meisten Sportarten. Im Rennsport wird Streckenkenntnis , Adrenalin und die nötigen Fähigkeiten auf und ums Rennmotorrad herum gefordert. Rennstrecke beginnt im Kopf und hört beim Knieschleifen noch lange nicht auf. Motorrad-Rennsport ist kein Hobby, sondern eine Leidenschaft mit Know-How und der mentalen Fähigkeit mit über 100 km/h Kurven zu schneiden. Xtrime hat sich einen Hobby-Rennsportler zur Brust genommen und mit Fragen durchlöchert. Erlebt selbst einen Einblick in das Leben von Till.

Wie bist du zum Rennsport gekommen?

Zum Rennsport bin ich schon in jungen Jahren (5) gekommen, indem ich nach einem Besuch eines Motocross Events mit meinem Dad unbedingt auch selber fahren wollte. Ein paar Wochen später stand dann mein erstes eigenes Bike im Garten und so nahm dann alles seinen Lauf. Zum Motorrad-Rennsport kam ich auch wieder durch meinen Vater der 2013 angefangen hatte, auf der Rennstrecke zu fahren nachdem er seit 35 Jahren auf der Straße unterwegs ist/war. Er fragte mich ob ich nicht vielleicht auch Lust hätte es einfach mal auszuprobieren, auch mit dem Wissen, dass das Jahrelange Motocross fahren eine sehr gut Schule für den Motorrad-Rennsport ist. So besorgten wir mir im Winter 2014 ein günstiges Straßenmotorrad welches wir dann für den Rennstreckeneinsatz umbauten.

Rennsport Hobby Racer Till auf der Strecke

Im Adrenalinrausch auf der Zielgeraden

Wie hat der Rennsport dein Leben verändert?

Es hat mein Leben in sofern verändert, dass ich endlich wieder ein Hobby gefunden habe was mir so richtig viel Spaß macht, mir den richtigen Kick gibt und mich auch körperlich fordert. Man lernt an den Veranstaltungen immer wieder mega coole Typen kennen die genauso bescheuert im Kopf sind wie man selbst. Alles in allem kommt man jedes mal wieder mit einem fetten Grinsen nach Hause. Das ist für mich das wichtigste!

Was geht in dir vor, wenn du auf der auf der Rennstrecke mit deinem Bike bist?

Ich fühle mich endlich richtig frei und kann vom Alltag abschalten. Auf der Rennstrecke gibt es nur Dich, dein Motorrad und den lauten Motoren-Sound. Kein nerviges Handy klingeln oder Gelaber von anderen Leuten. Das gibt es bei nicht vielen Sportarten und das schätze ich.

Warum machst du keinen „normalen“ Sport?

Rennsport Hobby Racer Till auf seiner Triumph Daytona

Auf seiner Triumph Daytona geht es für Till durch ganz Europa

Ich finde es schade, dass es so viele Sportarten gibt die eine viel zu kleine Bühne in Deutschland haben. Die Sportarten die einen wirklich an die Grenzen bringen, nimmt leider kaum jemand wahr. Ich habe früher auch Fußball gespielt seitdem ich laufen kann, und das über 15 Jahre lang. Aber irgendwann kam der Punkt wo ich schlichtweg einfach keinen Bock mehr hatte. Liegt vielleicht auch daran, dass man gerade in dem Beispiel einfach übersättigt wird mit News, TV und Berichten etc. Somit finde ich es geil was zu machen, was nicht jeder Zweite macht. Jetzt reizt es mich noch mehr, andere und etwas außergewöhnlichere Sportarten auszuprobieren!

Was hast du dir für die Zukunft renn-sportmäßig vorgenommen? Welche Rennen stehen an?

Dieses Jahr fahre ich das erste mal in der Triumph Challenge mit, welche eine Rennserie für Ambitionierte Hobby Racer ist. Um mich weiter zu verbessern versuch ich auch die kommenden Saisons dort zu Starten, was allerdings  auch eine hohe finanzielle Belastung ist. Ansonsten gibt es über eine Saison gesehen immer wieder ein paar Trainingswochenenden. Mehr lässt die Zeit & das Geld leider nicht zu! Demnächst steht noch das Saisonfinale der Triumph Challenge in Most (CZE) an mit 2 Rennen am 10/11 Sept. Danach noch einen Trainingstermin in Brünn (CZE)

Was kannst du unseren Usern aus deiner Erfahrung mitgeben?

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass mir schon die unterschiedlichsten Sportarten eine Menge Spaß gemacht haben. Meistens wusste ich nicht mal, dass sie wirklich so genial sind! Deswegen einfach Mut zur Lücke haben wenn man merkt, mein Hobby macht mir nicht mehr so viel Spaß wie früher. Einfach mal was anderes ausprobieren auch wenn die eigenen Freunde vielleicht nicht mitziehen. Meistens ist es so, dass das alte Feuer wieder in einem anfängt zu brennen.

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