Interview mit Fabian Graf: Profi Segler der 49er Klasse „Mein Weg nach Oben“

Der starke Wind pfeift Fabian und seinem Teampartner auf der rauen Ostsee um die Ohren. Segeln ist für Ihn kein romantisches Dahingleiten, sondern ein Leistungssport mit dem er ganz nach Oben will! Wir haben den Junioren Vizeweltmeister und Deutschen Meister 2016 der 49er Klasse auf dem Festland erwischt. Erfahrt hier, was Ihn am Segeln so Fasziniert und welche Ziele er verfolgt.

„DIE FREIHEIT BEIM SEGELN IST UNBEZAHLBAR“

FABIAN GRAF
49ér PRO SAILOR

Du hast deinen Fokus komplett aufs Segeln gesetzt. Was ist es, was dich an dieser Sportart fasziniert ?

Die meisten Menschen denken, man hisst die Segel und lenkt ab und zu mal das Boot durch die See. Doch Segeln ist so viel mehr, und vor allem komplex! Besonders in dem Boot, das ich segle – Dem 49er. Man muss mit seinem Teampartner ständig kommunizieren und sehr fit sein um den Naturkräften von Wind und Wasser entgegenzuwirken. Im Wettkampf muss ich zudem taktisch und strategisch wissen, was meine Gegner machen, aber gleichzeitig auch wie sich der Wind und das Wetter verhalten. Diese Sportart ist einfach sehr vielseitig, das ist es was mich fasziniert. Mir wird dadurch nie langweilig. Das Beste für mich ist natürlich, dass man ständig draußen ist und dabei weltweit neue Orte kennenlernt!

*Der 49er ist die olympische High-Performance-Yachtklasse für zwei Mann Besatzung

Was fühlst du, wenn du auf der rauen See bist? Was war deine extremste Erfahrung und dein persönlich schönster Moment?

Auf dem Wasser fühle ich mich frei! Ich lasse Probleme und Gedanken auf dem Festland und spüre nur eines – Spaß! Natürlich muss ich auf dem Wasser auch voll konzentriert sein, damit alles mit meinem Teampartner glatt geht. Die extremste Erfahrung war als unser Hauptmast gebrochen ist, weil wir aufgesetzt haben. Wir mussten dann mit aller Kraft versuchen uns mit dem kleinen vorderen Segel in den Hafen zu retten! Vor kurzem hatte ich auch eine sehr schöne Erfahrung auf See. Direkt neben uns ist ein Delphin geschwommen. Dieser hast sich seit über einem halb Jahr in der Ostsee verirrt und hat uns begleitet. So etwas zu sehen, bleibt den meisten Menschen leider verborgen. Dafür muss man vom Sofa aufstehen und raus in die Natur! Das sind Erinnerungen, die man nicht mehr vergisst.

49er Yacht Segeln im Sonnenuntergang

*Folgt Fabians Lifestyle auf seinem Instagram Profil

 

Professioneller Segler zu werden ist nicht alltäglich. Wie bist du zu dieser Sportart gekommen?

Ja das stimmt allerdings. Ich bin an einem See in Berlin groß geworden mit Segelclub direkt neben an. Ich habe oft die Segelboote auf dem See beobachtet und war begeistert. Ich wollte es selber ausprobieren und irgendwann bin ich dann zum Vorsegeln gegangen und die Faszination vom Segeln packte mich sofort. Chef auf einem Segelboot zu sein und zu entscheiden wo es langgeht, dass war es was mich von diesem Sport überzeugte. Ich war sehr oft beim Boot und auf See. Dadurch wurde ich schnell immer besser. Irgendwann dachte Ich mir, dass ich auch sportlich etwas erreichen könnte. Jetzt segle ich für das  NextGeneration Team of German Yachtracing

Wie gestaltet sich dein Tag, nachdem du jetzt vom Verband gefördert wirst?

Ich bin an die Ostsee gezogen, hier ist das Förderzentrum und mein Studium. Neben dem Segeln und Vorlesungen trainiere ich danach oder davor im Kraftraum. Ich segle meist 2 Mal am Tag. Also wie ihr schon merkt, es dreht sich alles um den Sport! Ich bin fast mehr auf dem Wasser als an Land. Außerdem reise ich durch den Sport oft um die Welt, sehe schöne Orte und treffe Menschen, die mit mir diese Leidenschaft teilen.

Was kannst du Menschen raten, die mit dem Segeln anfangen wollen?

Das Wichtigste ist Grundinteresse. Sonst entwickelt man keinen richtigen Spaß dafür. Zuerst solltest du eine Segelschule in deinem Umkreis suchen. Dort machst du dann unter Anleitung deinen Segelschein, damit du auf den Gewässern der Welt segeln darfst. Da, wie ja gesagt, Segeln sehr vielseitig und komplex ist, klappt manches am Anfang noch nicht so gut. Nicht entmutigen lassen! Üben, üben und weiter machen. Die Freiheit, die man danach erleben kann ist unbezahlbar!

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Sportlich ist das ganz klar bei den Olympischen Spielen 2020 mit zu segeln und um einen Podiumsplatz zu kämpfen. Mein Ziel ist es einer der besten Segler der Welt zu werden! Was ich später beruflich machen werde, weiß ich leider noch nicht, aber ich möchte auf jeden Fall mein Studium in Kiel beenden.

Wir werden Fabian weiterverfolgen und drücken ihm auf seinem weiteren Weg Richtung Segelweltspitze die Daumen. Folgt uns dazu auf unserem XtriME-Facebook Kanal oder auf Instagram!

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